09.03.2007
Steinschlag auf dem Campus der Marburger Philippsuniversität: Anfang der Woche löste sich bei einem Turm der Philosophischen Fakultät ein 1,60m großes Stück der Fassade und krachte auf den Rasen herab. Zum Glück wurde niemand verletzt – was wohl vor allem auf den geringeren Publikumsverkehr während der vorlesungsfreien Zeit zurückzuführen ist. Als Sofortmaßnahme wurde das komplette Gebäude weiträumig abgesperrt. Bis zum Beginn des Sommersemesters soll es zunächst nur notdürftig gesichert werden.
In den Augen der hessischen Jusos steht dieses Ereignis jedoch nur exemplarisch für die gesamte hessische Hochschullandschaft: „In den Hörsälen stürzen Lampen von den Decken. Räumlichkeiten müssen wegen Brand- oder Einsturzgefahr geschlossen werden. Studierende drängen bis zu einer Stunde vor Vorlesungsbeginn schon in die Hörsäle, um überhaupt noch einen Sitzplatz zu bekommen. Die Bücherbestände in den Bibliotheken sind hoffnungslos veraltet. Viele Bücher können gar nicht ausgeliehen werden, sondern müssen vor Ort kopiert oder privat angeschafft werden. Zudem ist die technische Ausstattung miserabel: Insgesamt stehen zu wenig Computer für die Studenten zur Verfügung. Die vorhandenen Rechner sind für ein effektives Arbeiten häufig zu leistungsschwach...“, kritisiert die stellv. Juso-Landesvorsitzende Lea Boos, Studentin an der Philippsuniversität Marburg. Diese Liste ließe sich beliebig fortsetzen.
Als wären solche Verhältnisse nicht schon schlimm genug, will die Landesregierung ab kommendem Wintersemester auch noch Gebühren dafür erheben: „Wenn es nach der CDU-Landesregierung ginge, würde sich das Land immer weiter aus der Hochschulfinanzierung zurückziehen und die Kosten auf die Studierenden abwälzen. 500,- € Studiengebühren pro Semester sind nur der Anfang“, warnt die Juso-Landesvorsitzende Solveig Golz. „Hier wird einmal mehr deutlich, dass Roland Koch, Udo Corts, Karin Wolff & Co. ihre Regierungsaufgaben vernachlässigen und stattdessen lieber weiter von Eliteschulen mit eigenem Weingut und Designermobiliar träumen. Die Jusos fordern eine solide finanzierte Bildung für alle: Wir lehnen Bildungsgebühren in jeder Form ab“, erklärt der stellv. Juso-Landesvorsitzende Felix Diehl.
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