05.12.2007
Nach der Veröffentlichung der aktuellen PISA-Erhebung hat der hessische Ministerpräsident Roland Koch das schlechte Abschneiden der deutschen Schulen mit dem vermeintlich hohen Anteil von Migrantinnen und Migranten erklärt.
Dazu erklären die hessischen Jungsozialisten:
„Mit seiner unsachlichen Kommentierung der aktuellen PISA-Ergebnisse verfällt Roland Koch wieder in ausländerfeindliche Argumentationsmuster wie zur Landtagswahl 1999. Die Erklärung, das deutsche Schulsystem sei wegen des Anteils von Migrantinnen und Migranten nicht mit anderen europäischen Staaten vergleichbar ist völlig aus der Luft gegriffen. Beispielsweise das PISA-Siegerland Schweden hat einen höheren Anteil an Migrantinnnen und Migranten als Deutschland“ erklärt Björn Spanknebel, Juso-Landesvorsitzender.
Die Jusos sind empört, dass Koch nun wieder versuche vom eigenen politische Versagen abzulenken, indem er auf Sündenböcke zeige. „Roland Koch ist schon während seiner Regierungszeit immer wieder durch das Spiel mit ausländerfeindlichen Vorurteilen aufgefallen. Ursächlich für die massive soziale Ungerechtigkeit im Schulsystem und die schlechten Leistungen deutscher Schülerinnen und Schüler ist aber die falsche Schulpolitik. Durch das ideologische Festhalten am veralteten dreigliedrigen Schulsystem werden Kinder und Jugendliche ausgegrenzt“ erklärt Felix Diehl, stellv. Juso-Landesvorsitzender.
Die Jusos wollen mit Andrea Ypsilanti im neuen „Haus der Bildung“ aller Kinder und Jugendlichen fördern. „In einem Schulsystem, das alle Talente unterstützt werden auch bessere Ergebnisse erzielt. Das zeigen die skandinavischen Musterländer wie Schweden. Damit kein Kind mehr zurückgelassen werden wird, ist es notwendig alle Schülerinnen und Schüler individuell zu fördern und längeres gemeinsames Lernen in echten Ganztagsschulen zu ermöglichen. Kinder mit Migrationshintergrund und deutsche Kinder können bei der richten Unterstützung gleichermaßen gute Ergebnisse erzielen“ schließen Diehl und Spanknebel.
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