22.02.2008
Die NPD Hessen zeigt in einem Video auf ihrer Homepage einige Jusos, die am Rande eines SPD-Landesparteitags gegen einen Kundgebung der Neo-Nazis um deren Landesvorsitzenden Marcel Wöll protestiert haben. Die protestierenden Jusos, unter anderem der stellv. Juso-Landesvorsitzende Felix Diehl, werden in dem Video auf der NPD-Homepage in Nahaufnahme wiedergegeben.
Dazu erklärt der hessische Juso-Vorsitzende Björn Spanknebel:
„Wir Jusos sind stolz auf unseren Protest gegen die rechtsextreme NPD. Wo auch immer wir auf die braunen Brandstifter treffen, müssen sie mit unserem entschiedenen demokratischen Widerstand rechnen. Angesichts der Übergriffe von Neo-Nazis auf Jusos und Mitglieder anderer demokratischen Jugendorganisationen vor Landtagswahlen in anderen Bundesländern sind wir besorgt, wenn Mitglieder der Jusos deutlich erkennbar auf der Homepage der NPD dargestellt werden“ erklärt der Juso-Landesvorsitzende Björn Spanknebel. Sowohl in den Landtagswahlkämpfen in Berlin als auch in Sachsen waren Angriffe der NPD auf Mitglieder demokratischer Jugendorganisationen an der Tagesordnung. Dass Mitglieder der hessischen SPD-Nachwuchsorganisation in Videos der NPD deutlich erkennbar dargestellt werden empfinden die Jusos als besorgniserregend, da der Verdacht nahe liegt hier Funktionäre der Jusos in der rechten Szene zu „brandmarken“.
Auch in Hessen wurden Jusos schon von den Nazis bedroht. So musste vor der Kommunalwahl eine Veranstaltung der Jusos Rheingau-Taunus nach Warnung des Verfassungsschutzes wegen einer Drohung aus der rechten Szene verschoben werden. In Nordhessen wurde die Schülervertreterin Katharina Horn wegen ihres Engagements gegen Rechts von Nazis mit Telefonterror belästigt.
Im Dezember des letzten Jahres wurde im Rahmen einer Demonstration von Nazis in Nidda das Auto des Wetterauer Juso-Vorsitzenden Tobias Gniza beschädigt. „Hier handelte es sich eindeutig um einen Akt rechter Gewalt. Während ich mit einem Mitfahrer im Auto saß, trat uns ein Teilnehmer der Nazi-Kundgebung die Fahrertür meines Pkw ein“ berichtet Gniza. Auch ansonsten gebe es regelmäßig rechte Übergriffe gegen linke Jugendliche in der Wetterau.
„Angesichts der Gewaltbereitschaft der rechten Szene betrachten wir Jusos es mit Sorge, dass Mitglieder unserer Organisation auf der NPD-Homepage zur Schau gestellt werden.
Natürlich gab es für die Videoaufnahmen der NPD keinerlei Einverständnis seitens der Betroffenen“ erklärt Björn Spanknebel. Die Jusos erwarten, dass das Video umgehend von der Homepage der NPD entfernt wird.
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