„Gott gehört in die Kirche!“

„Gott gehört in die Kirche!“

03.07.2007

Im FAZ-Interview vom 30.06.2007 hat die hessische Kultusministerin Karin Wolff erklärt, sie stelle Übereinstimmungen zwischen der symbolhaften biblischen Erzählung von sieben Schöpfungstagen und der wissenschaftlichen Evolutionstheorie fest.

Anlässlich der Äußerungen der Kultusministerin erklären die hessischen Jungsozialisten:

„Die Trennung von Religion und Wissenschaft ist eine zivilisatorische Errungenschaft der Aufklärung. Ohne die Unterscheidung zwischen widerlegbaren wissenschaftlichen Fakten und religiösen Glaubenssätzen ist unser modernes Staatswesen und eine vielfältige Wissenschaftslandschaft nicht denkbar. Mit der Vermischung von Glauben und Wissenschaft fällt Karin Wolff hinter diesen Fortschritt zurück“ erklärt Björn Spanknebel, hessischer JUSO-Vorsitzender.

Nach Ansicht der JUSOS ist für die Vermittlung religiöser Glaubenssätze im naturwissenschaftlichen Schulunterricht kein Raum. „Gott gehört in die Kirche und nicht in den Biologieunterricht!“ bekräftigt Spanknebel die Haltung der Jungsozialisten.

Schon während der „Kreationisten-Affäre“ an zwei Gießener Schulen im Herbst letzten Jahres hatte sich die Kultusministerin durch zögerliche Stellungnahmen öffentlicher Kritik ausgesetzt. Nun erwarten die JUSOS eine klare Abgrenzung der Ministerin von christlich-fundamentalistischen Positionen.

„Es ist nicht verständlich, weshalb hessischen Schülerinnen und Schülern im Biologieunterricht vermittelt werden soll, dass die Frau aus der Rippe des Mannes geschnitzt sei oder Menschen und Dinosaurier gleichzeitig die Erde bevölkert hätten. Wir fordern von der Landesregierung eine klare Position ‚PRO Aufklärung’ und ‚CONTRA Fundamentalismus’“ verdeutlicht Felix Diehl, stellv. JUSO-Landesvorsitzender aus Gießen.

Auch in anderen Bundesländern haben sich schon hochrangige CDU-Politiker wie Thüringens Ministerpräsident Dieter Althaus der christlich-fundamentalistischen Kritik an der wissenschaftlichen Evolutionslehre angeschlossen. „Wir JUSOS fragen uns, wie die Damen und Herren in der CDU-Führung ein modernes Politikverständnis mit der naiven Forderung nach der Gleichsetzung von Schöpfungsgeschichte und Evolutionstheorie verbinden können. Es bleibt zu hoffen, dass es sich hier nur um einzelne Ausfälle und keinen ideologischen Kulturkampf der CDU-Traditionalisten handelt“ schließen Spanknebel und Diehl.

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