28.04.2009
Nach einer hessenweiten Umfrage des Instituts IWAK bildet in Hessen nur jeder dritte Betrieb aus. Wirtschaftsminister Posch (FDP) beschränkt sich auf Appelle an die hessischen Unternehmen. Eine Belohung für ausbildende Betriebe hat der Freidemokrat nicht im Sinn.
Dazu erklären die hessischen Jusos:
„Dass in Hessen nur jeder dritte Betrieb trotz vorhandener Kapazitäten ausbildet ist ein handfester Skandal! Im Interesse der Ausbildungsplatzsuchenden muss die Landesregierung hier aktiv eingreifen. Wir Jusos wollen durch eine solidarische Ausbildungsplatzumlage Ausbildungsplätze schaffen und ausbildende Unternehmen belohnen“ erklärt Björn Spanknebel, Landesvorsitzender der hessischen Jusos. Nach Vorstellung der Jusos sollen Betriebe, die trotz vorhandener Kapazitäten nicht ausbilden eine Abgabe zahlen, um zusätzliche Ausbildungsplätze zu ermöglichen. So werden auch Betriebe belohnt, die selbst ausbilden.
„Hessens Schwäche sind nicht fehlende Ausbildungskapazitäten, sondern unausgeschöpfte Potenziale. Während die Ausbildungslast meist von mittelständischen Betrieben geschultert wird, werben größere Unternehmen oft die fertig ausgebildeten Fachkräfte ab. Freiwillige Selbstverpflichtungen der Wirtschaft wie der Ausbildungspakt sind gescheitert. Deshalb reicht es nicht mehr aus, wenn die Landesregierung die Hände in den Schoß legt“ bekräftigt Felix Diehl, stellv. Vorsitzender der Jusos Hessen, die Position der Jusos. Wo eine freiwillige Selbstverpflichtung der Wirtschaft nicht wirke, sei eine gesetzliche Lösung erforderlich. Deshalb halten die Jusos an ihrer Forderungen nach einer Ausbildungsplatzumlage fest.
Schließlich plädieren die Jusos auch für eine Qualitätsgarantie bei der Ausbildung. Dumpinglöhne seien auch für Auszubildende nicht hinnehmbar. „Oft deckt die Ausbildungsvergütung die Lebenshaltungskosten bei Weitem nicht ab. Auf Grund wachsender Anforderungen an ihre persönliche Mobilität und Flexibilität sind mehr Auszubildende darauf angewiesen, eine eigene Wohnung oder zumindest ein eigens Auto von ihrer Ausbildungsvergütung zu finanzieren“ erklärt Isabell Hillesheim, stellv. Juso-Landesvorsitzende. In Extremfällen müssten Jugendliche für ihre Ausbildung sogar noch drauflegen. „Dadurch entsteht die groteske Situation, dass junge Leute nebenbei jobben müssen, um ihre Ausbildung finanzieren zu können“ schließt Hillesheim, die gerade selbst eine Ausbildung zur Hotelfachfrau absolviert.
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