13.02.2010
„Keine Mittlere Reife, drohende Fahrtkosten und vom Schulstress ganz zu schweigen - G8 ist murks“, so bilanzieren die hessischen Jusos die Einführung der Schulzeitverkürzung an Gymnasien in der Mittelstufe. G8 sei übereilt, ohne Konzept und gegen alle Warnungen von Experten fehlerhaft eingeführt worden. „Weder die damalige CDU-Landesregierung, noch die heutige CDU-FDP-Regierung haben bisher Antworten auf die drängenden Fragen von G8 gegeben. Das zweite Schulhalbjahr hat bereits begonnen und die Schülerinnen und Schüler, welche zum Sommer die Sekundarstufe I abschließen werden, sind noch immer ratlos. Zwar werden Sie vorweisen können innerhalb von 9 Jahren das gleiche Unterrichtspensum absolviert zu haben wie Generationen vor ihnen in 10 Schuljahren. Dennoch bleibt ihnen der Abschluss der Mittleren Reife verwehrt“, kritisieren die hessischen Jusos.
„Die beste Lösung wäre G8 in der Mittelstufe abzuschaffen und stattdessen endlich eine Reform der Oberstufe in Angriff zu nehmen, so dass die Schülerinnen und Schüler selbst entscheiden können, ob sie diese in zwei oder drei Jahren absolvieren können“, so fasst Christoph Degen, beratendes Mitglied im Juso-Landesvorstand, die Alternativposition der Jusos zu G8 zusammen. „Somit wäre nicht nur das Problem der Mittleren Reife gelöst, die wieder alle Lernenden mit dem erfolgreichen Absolvieren der Sekundarstufe I erhalten würden, auch der durch G8 verursachte Schulstress würde wieder zurückgefahren werden, so dass Zeit für außerunterrichtliche Aktivitäten und ehrenamtliches Engagement bliebe“.
„Frau Henzler betont als erklärte Liberale immer wieder die Selbstständigkeit von Schulen. Ihre Partei erklärt immer wieder, dass der Staat sich nicht unnötig in das Leben der Menschen einmischen solle. Warum also kann man nicht die Schülerinnen und Schüler in der Oberstufe selbst entscheiden lassen, ob sie das Abitur in 12 oder 13 Jahren ablegen wollen?“, fragen sich die Jusos.
Nicht nur, dass den Schülerinnen und Schülern nach dem Absolvieren der Sekundarstufe I die Mittlere Reife verwehrt bleibe, auch die Frage der Finanzierung der Schülerbeförderung sei ungeklärt. Bisher wurden den Schülerinnen und Schülern die Fahrtkosten bis zum Ende der Sekundarstufe I, also auch in der 10. Klasse, finanziert. Ob die künftigen G8-Schüler in der Jahrgangsstufe 10, also in der Oberstufe, künftig ihre Fahrtkosten selbst tragen müssten, stehe in den Sternen, so der ehemalige Landtagsabgeordnete Degen. „Auch hier würde eine Abschaffung von G8 in der Mittelstufe und optionale Verkürzung in der Oberstufe klare Verhältnisse schaffen“.
Eine Übersicht aller Pressemeldungen
findet sich im Pressearchiv.